Vom 13. bis 18. April 2026 beteiligte sich das BORG Güssing an einem Erasmus+-Projekt in Provins, Frankreich. Im Mittelpunkt des Programms stand die zukunftsorientierte Thematik „Challenges and Possibilities: Our Life in 2050″ – eine Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Chancen unserer Lebenswelt im Jahr 2050.

Durch ein Bewerbungsverfahren wurden zwölf Schülerinnen und Schüler ausgewählt, die sich gemeinsam mit Frau Professor Forjan und Herrn Professor Szeyer auf die Reise machen durften. Wir freuen uns sehr, bei diesem Projekt dabei gewesen zu sein und möchten euch nun von unserer Reise berichten. 

Montag

Der erste Tag unserer ERASMUS+-Reise startete um 7:30 Uhr vor der Schule, wo uns unsere Koordinatorin Prof. Stranzl noch persönlich verabschiedete, bevor wir in den Bus stiegen. Mit großer Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer traten wir schließlich unsere Reise an. 

Mit Air France hoben wir um 12:15 Uhr ab und landeten um 14:45 Uhr wohlbehalten in Paris. Am Flughafen Charles de Gaulle wartete bereits unser Bus, der uns auf die letzte Etappe unserer Reise brachte. Rund 80 Kilometer südöstlich von Paris entfernt liegt Provins, eine der schönsten mittelalterlichen Städte Frankreichs und UNESCO-Weltkulturerbe. Gegen 17:00 Uhr kamen wir dort an und bezogen unsere Hotelzimmer, die zwar nicht besonders groß, aber völlig ausreichend waren. 

Den Abend verbrachten wir gemeinsam bei einem Dinner in einem algerischen Restaurant, wo wir zum ersten Mal auf die Lehrerinnen und Lehrer der französischen Partnerschule sowie eine Erasmus-Gruppe aus Baden trafen. Das nordafrikanische Essen, das viele von uns zum ersten Mal probierten, war ein echtes Highlight und die französische Gastfreundschaft machte das erste Kennenlernen mit den anderen Schulen leicht und angenehm. 

Später nutzten wir die verbleibende Zeit, um die malerischen Gassen von Provins auf eigene Faust zu erkunden. Die mittelalterliche Atmosphäre der Stadt bei Nacht hatte noch einmal einen ganz eigenen Charme. Müde, aber voller schöner Eindrücke, ließen wir den ersten Abend in Frankreich im Hotel ausklingen. 

Dienstag 

Nach dem Frühstück um 7:30 Uhr machten wir uns um 8:00 Uhr auf den Weg zum Kultursaal von Provins, wo auch unsere französische Partnerschule, die Gruppe aus Baden sowie weitere Schulen aus der Region versammelt waren. Zu Beginn wussten wir noch nicht so ganz, was uns erwarten würde. Dann wurde jeder von uns einem Land zugeteilt, das wir von da an vertreten sollten. Als Vorbereitung auf die nachmittägliche COP-Klimakonferenz setzten wir uns zunächst intensiv mit den Stärken und Schwächen unseres jeweiligen Landes auseinander, um die Position unseres Landes in den Klimaverhandlungen besser verstehen und vertreten zu können. Schon bei dieser Vorbereitungsphase starteten die ersten Diskussionen, bei denen es darum ging, die eigenen Interessen geschickt zu vertreten und gleichzeitig auf die Argumente der anderen einzugehen. 

Gegen 13:00 Uhr sind wir dann gemeinsam in einen Park gegangen. Dort haben wir die Lunchpakete gegessen, die wir bekommen hatten, und konnten die Pause nutzen, um uns ein wenig zu erholen und auch mit den anderen Schülern etwas auszutauschen. 

Am Nachmittag folgte dann der Höhepunkt des Tages: die COP-Konferenz. Die Conference of the Parties ist eine UN-Klimakonferenz, bei der Länder weltweit über Klimaschutzmaßnahmen verhandeln, und genau das simulierten wir. Alle Länder versammelten sich an zwei großen Tischen, um intensiv zu verhandeln und gemeinsame, realistische Vereinbarungen zu erzielen. Da die Interessen der einzelnen Länder oft weit auseinanderlagen, war das leichter gesagt als getan, aber genau das machte die Diskussionen so spannend und lehrreich. 

Nach der Konferenz hatten wir noch etwas Freizeit, die jeder auf seine eigene Art nutzte. Einige von uns wurden von ihren französischen Freunden durch die Stadt geführt, während andere die Zeit zum Shoppen oder Essen nutzten.

Mittwoch

Auch der Mittwoch führte uns wieder ins Kulturzentrum, diesmal jedoch mit einem anderen Programm. Jede teilnehmende Schule hatte einen eigenen Stand vorbereitet, der sich dem Thema Umwelt widmete. Unserer stach dabei besonders hervor: Besucherinnen und Besucher konnten einen QR-Code scannen und an einem selbst erstellten Multiple-Choice-Spiel teilnehmen. Darin musste man entscheiden, wie man im Alltag mit umweltrelevanten Situationen umgeht – je nach Wahl erhielt man am Ende eine Vorschau auf die Welt, in der man 2050 leben würde, wenn man so weiterlebt wie angegeben. Die Reaktionen waren durchwegs interessiert und das Spiel kam gut an. 

Gegen 13:00 Uhr zogen wir gemeinsam in den Park, aßen unsere Lunchpakete und nutzten die Pause, um uns zu erholen und uns auszutauschen. 

Am Nachmittag wechselten dann die Rollen: Wer zuvor den eigenen Stand betreut hatte, konnte jetzt die Stände der anderen Schulen besuchen und sich über deren Projekte informieren. Das war eine willkommene Gelegenheit, mehr über die Ansätze und Ideen der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erfahren und neue Eindrücke zu sammeln. 

Am späteren Nachmittag hatten wir wieder Freizeit, die wir nach unserem eigenen Ermessen gestalten konnten. So klang ein weiterer lehrreicher Tag beim gemeinsamen Brettspielabend aus. 

Donnerstag 

Um 8:00 Uhr wurden wir bei unserem Hotel abgeholt und zur Partnerschule, dem Lycée Les Pannevelles, gebracht. Dort starteten wir den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend präsentierten wir unsere Schule und gaben den französischen Jugendlichen einen Einblick in unseren Schulalltag. 

Daraufhin wurden wir von jenen Schülerinnen und Schülern durch den Gebäudekomplex geführt, die uns bereits im November im BORG Güssing besucht hatten. Bei dieser Führung konnten wir das Lycée näher kennenlernen, darunter auch die verschiedenen Spezialisierungen, aus denen gewählt werden kann. Besonders beeindruckend war es zu sehen, wie Schülerinnen und Schüler eines praktischen Zweiges dort an Bauprojekten arbeiteten und sogar Häuser errichteten.  

Im Anschluss nahmen wir an einem Quiz teil, das sich damit beschäftigte, mit welchen Maßnahmen Schulen zum Klimaschutz beitragen können.  
Danach wurden wir in eine uns zuvor unbekannte Klasse eingeteilt. Gemeinsam mit den französischen Schülerinnen und Schülern entwickelten wir dort Ideen für die „optimale Schule im Jahr 2050“. In dieser Arbeitsphase entstanden nicht nur kreative Konzepte, sondern auch neue Freundschaften. 

Zum Abschluss des Vormittags gingen wir gemeinsam in die Schulkantine, wo wir zusammen mit den neu kennengelernten französischen Kolleg:innen zu Mittag aßen.

Im Anschluss daran stand eine etwa zweistündige Stadttour durch Provins auf dem Programm. Bei traumhaftem Wetter erkundeten wir die mittelalterliche Stadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und uns besonders durch ihre massiven Stadtmauern beeindruckte, die sich über weite Teile der Altstadt erstrecken, sowie durch den gut erhaltenen Graben, der einst dem Schutz der Stadt diente. Besonders malerisch wirkten dabei die pittoresken Fachwerkhäuser, die dem Stadtbild seinen unverwechselbaren mittelalterlichen Charme verleihen. Ein weiteres Highlight war der mächtige Bergfried der ehemaligen Burganlage, der imposante Tour César, der hoch über Provins thront und einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Stadt im Mittelalter gibt. 

Danach gingen wir mit den französischen Schülerinnen und Schülern bowlen, was unglaublich viel Spaß machte und eine willkommene Abwechslung nach dem kulturellen Programm darstellte. Am Abend gab es noch ein gemeinsames Abschlussessen. Nach einem letzten Foto mit den Lehrkräften gingen wir schließlich zurück ins Hotel.  

Freitag

Für diesen Tag hieß es früh aufstehen: Bereits um 6:00 Uhr mussten wir reisebereit sein. Lehrpersonen unserer Partnerschule holten uns ab und brachten uns zum Bahnhof, von wo aus wir mit dem Zug nach Paris fuhren. Nach der Ankunft stellten wir zunächst unsere Koffer im Hotel ab, bevor die Erkundung der Stadt begann.

Ein Guide führte uns auf einem Stadtrundgang durch das Herz von Paris und erklärte uns die Geschichte und Bedeutung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, startend beim Hôtel de Ville, vorbei an der majestätischen Kathedrale Notre-Dame, über die historische Pont Neuf, eine der ältesten Brücken der Stadt, bis hin zum weltberühmten Louvre. Im Anschluss hatten wir Zeit, die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden, etwa den weitläufigen Place de la Concorde. Um 15:30 Uhr trafen wir uns bei den Galeries Lafayette, wo wir die beeindruckende Aussicht von der Dachterrasse genossen. 

Danach ging es weiter zum Trocadéro, von wo aus man einen der schönsten Blicke auf den Eiffelturm hat, bevor noch etwas Zeit zum Shoppen blieb. Als die Sonne unterging, statteten wir der Sacré-Cœur einen Besuch ab, ein wirklich unvergesslicher Moment. Von dort aus sahen wir den Eiffelturm zum ersten Mal in seinem berühmten Glitzern erstrahlen. Beim nächsten Funkeln waren wir bereits wieder am Trocadéro und konnten ihn aus der Nähe bewundern, bevor wir noch direkt unter ihm hindurchgingen. Müde, aber erfüllt von einem unvergesslichen Tag in Paris, traten wir die Rückfahrt ins Hotel an. 

Samstag

Am Samstag war schließlich unser Abreisetag. Am Vormittag hatten wir noch etwas Freizeit, die wir ganz im Sinne des Savoir-vivre damit verbrachten, bei einem letzten Croissant das typische Flair auf den eleganten Boulevards zu genießen. Anschließend fuhren wir mit der U-Bahn zum Flughafen. 

Dort angekommen mussten wir noch ein wenig warten, bevor unser Flug schließlich um 15:30 Uhr von Paris gestartet ist. Nach einem ruhigen Flug sind wir um 17:30 Uhr in Wien gelandet. 

Von dort aus ging es dann mit einem kleinen Bus wieder zurück nach Güssing. Damit ging unsere erlebnisreiche Reise langsam zu Ende. 

Rückblickend war diese ERASMUS+-Reise von der ersten bis zur letzten Sekunde bereichernd. Wir haben nicht nur kulturhistorische Schätze französischer Städte kennengelernt und wertvolle Erfahrungen gesammelt, sondern auch Freundschaften geknüpft, die weit über die Grenzen unserer Schule hinausgehen. Die geteilten Erlebnisse, ob bei der COP-Simulation, den Stadttouren oder den gemeinsamen Abenden, haben uns als Gruppe zusammenwachsen lassen und gezeigt, wie wertvoll der Austausch mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern sein kann. Diese Reise war nicht nur ein besonderes Schulprojekt, sondern auch eine Erfahrung, die wir definitiv nie vergessen werden. 

Abschließend möchten wir uns herzlich bei Frau Professor Forjan und Herrn Professor Szeyer bedanken, die uns nicht nur auf dieser Reise begleitet haben, sondern durch ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Unterstützung dafür gesorgt haben, dass wir diese Erfahrung in vollen Zügen genießen konnten, sowie bei Frau Professor Stranzl, die das Projekt von Anfang an mit so viel Engagement auf die Beine gestellt hat. 

Henri Hazivar, Felix Gogg