Was haben ein französisch-italienischer Aristokrat, ein Hendl mit VR-Brille und ein bankrotter Spekulant gemeinsam? Eigentlich nichts, außer dass all diese Dinge Teil unserer Wien-Exkursion waren, an der die 7. Klassen gemeinsam mit ihren Deutschlehrer:innen teilnahmen. Aber noch einmal zurück zum Anfang: Gut gelaunt starteten wir nach einem kurzen Spaziergang direkt mit dem ersten Programmpunkt, nämlich einem Besuch im Museum für angewandte Kunst (MAK). Dort wohnten wir nicht nur indirekt einer Pressekonferenz bei, sondern erspähten Matcha-Sets im Asien-Raum und erfuhren Näheres zu den Bugholzsesseln der Firma Thonet, übrigens echte österreichische Design-Klassiker. Im MAK Design Lab beschäftigten wir uns neben Rucksäcken aus Pflanzenfasern, der Frankfurter Küche und VR-Brillen für Hühner vor allem mit neuen Ansätzen in der Produktgestaltung.
Nach einer entspannten Mittagspause trafen wir uns zum Rundgang „Wir sind HeldInnen“ am Wiener Heldenplatz, wo wir der Frage, wer überhaupt so ein Held oder eine Heldin ist – und wer das überhaupt bestimmt, nachgingen. Bei einer spannenden Zeitreise nahmen wir unter anderem die Denkmäler des unvollendeten Kaiserforums genau unter die Lupe. Dabei ging es um die Geschichte hinter den Statuen, wer sie initiiert hat und welche Frauen überhaupt mit einem Denkmal geehrt wurden. Schnell wurde uns klar: Jede Epoche schafft sich ihre eigenen Vorbilder.
Den Abschluss unseres Programms bildete ein Theaterbesuch im Burgtheater. Vor dem imposanten Gebäude erfuhren wir ein bisschen über seine Geschichte, bevor wir uns dann auf unsere Plätze begaben und Johann Nestroys musikalische Satire „Zu ebener Erde und erster Stock“ anschauten, bei der es unter anderem um den anfangs reichen, dann bankrotten Spekulanten Goldfuchs geht. Vor einem beeindruckenden Bühnenbild, untermalt mit Livemusik, zeigten die Schauspieler die verschiedenen Lebensrealitäten in Überfluss und Mangel und dass es manchmal nur ein Quäntchen (Un)Glück braucht, damit sich das Leben schlagartig um 180 Grad ändert.
Was am Ende bleibt? Die Erkenntnis, dass Kultur alles andere als trocken ist, ein völlig neuer Blick auf den Heldenplatz und die Gewissheit: Sollte es mit der Schule mal nicht klappen, können wir immer noch eine Karriere als aristokratische Hühner-Hinterfragungs-Experten einschlagen.
























